Outdoor-Kocher
Verschiedene praxiserprobte Möglichkeiten zum Kochen auf Tour:
Etwas Theorie vorweg:
Heizwert:
Der Heizwert wird in kcal angegeben. Dieser Wert ist natürlich wichtig, da je effektiver das Brennmaterial ist, umso weniger muss davon ins Gepäck und spart somit Gewicht und unsere Umwelt. Motorenbenzin besitzt den höchsten Heizwert (ca. 11.000 kcal), Gas, je nach Mischungsverhältnis (ca. 7.000 bis 10.800 kcal), Petroleum (ca. 10.200 kcal) und Spiritus (ca. 6.700 kcal). Festbrennstoffe liegen an letzter Stelle. Um die Energie effizient einzusetzen, sollte beim Kochen ein guter Windschutz, Wärmetauscher-Systeme und ein geschlossener Topf verwendet werden.
Benzin-Kocher:
Benzin hat den Vorteil der weltweiten Verfügbarkeit, einem guten Brennwert auch in großen Höhen und bei tiefen Temperaturen. Am besten eignet sich Reinbenzin, da es die wenigsten schädlichen Stoffe enthält. Es rußt weniger und der Kocher muss nicht so oft gewartet werden. Wenn kein Reinbenzin zu Verfügung steht, funktioniert der Kocher am besten mit Normal Benzin, nicht wie häufig angenommen mit Super Benzin.
Zur Verbrennung muss der Kraftstoff unter Druck gesetzt, und der Kocher vorgeheizt werden. Ein Benzinkocher erfordert vom Benutzer etwas Geschick bei der Wartung und während des Anzündens. Infos siehe auch: Artikel über Primus Omnifuel
Gas-Kocher:
Gaskocher sind unter normalen Bedingungen leistungsstark, geruchsneutral und simpel in der Anwendung. Bei tiefen Temperaturen oder im Hochgebirge verlieren sie allerdings deutlich an Leistung oder quittieren ihren Dienst ganz. Durch spezielle Mischungsverhältnisse und/oder dem anwärmen der Kartuschen kann nachgeholfen werden. Es sind verschieden Kartuschensysteme auf dem Markt. Je nach Reiseland muss die Verfügbarkeit des Gasnachschubs überprüft werden. Kartuschen für Kocher gibt es im Regelfall in Trekkingläden, auf Campingplätzen, an Tankstellen, in Baumärkten (Schweiß und Lötzubehör) und oft auch in Berghütten.
Im Fluggepäck sind Gaskartuschen generell verboten! Die Kartuschen müssen, auch wenn sie leer sind bis zur nächsten Entsorgungsstelle transportiert werden.
Spiritus-Kocher:
Sie sind simpel in der Konstruktion und relativ sauber in der Handhabung. Da kein Druck aufgebaut werden muss und keine Düsen nötig sind, ein insgesamt sehr zuverlässiges System. Sie erreichen allerdings nicht die Leistung von Benzin- oder Gaskochern. Bei tiefen Temperaturen muss der Brennstoffbehälter angewärmt werden, da sich Spiritus nur bis ca. 12 Grad entzünden lässt. Wird Spiritus mit max. 10 % Wasser verdünnt, verrußen die Topfböden nicht mehr so stark. Spiritus ist unter den Flüssigbrennstoffen der Kulturfreundlichste. Unschlagbar günstig und extrem leicht sind selbst gebaute Dosenkocher. Eine tolle Anleitung gibt es hier: Dosenkocherbauanleitung [pdf 700KB]
Mehrstoff-Kocher:
Mehrstoffkocher, die z.B. Benzin, Diesel, Gas und Petroleum „vertragen“ sind oft eine gute Lösung, da situationsabhängig der passende Brennstoff gewählt werden kann. Hierfür müssen je nach Brennstoff die Düse oder Generator gewechselt werden. Die jeweiligen Vor- und Nachteile bleiben natürlich erhalten. Infos siehe auch: Artikel über Primus Omnifuel
[Ein Mehrstoffkocher im Benzinbetrieb]
[Gleiches Modell im Gaseinsatz]
Ein Nischensegment unter den „rucksacktauglichen“ Kochern nehmen ein:
Petroleum- und Dieselkocher:
Mit Ausnahme der schweren Entflammbarkeit ist Petroleum und Diesel dem Benzin sehr ähnlich. Dementsprechend auch die Kocherkonstruktionen. Die Kocher müssen aber im Regelfall mit Spiritus oder Festbrennstoff vorgeheizt werden. Auch hier wird etwas Übung und Geschick verlangt.
Trockenstoff-Kocher:
Kleine Metallkonstruktionen zur Aufnahme des Brennstoffs und gleichzeitiger Topfauflagefläche. Z.B. der Esbit- Kocher. Vorteil: Klein, leicht und einfach in der Handhabung. Allerdings sehr bescheidene Heizleistung und nur zum erwärmen und als Notfallkocher tauglich. Ein weiterer Vertreter ist der Hoboofen. Eine Metallkonstruktion in der durch den Kamineffekt kleine Holzstücke oder anderes Brennbares schnell verfeuert werden kann.
Nicht zu vergessen ist natürlich das altbewährte Lagerfeuer, nach wie vor die stielvollste und gemütlichste Variante…
Hinweise:
- Nicht in kleinen geschlossenen Räumen (Zelten) betreiben, wenn keine ausreichende Sauerstoffzufuhr sichergestellt ist.
- Wenn möglich, das Kochen im Zelt vermeiden da durch Umfallen, Verpuffungen und Stichflammen Gefahren ausgehen. Im Weiteren führt das Kochen zu erhöhter Kondenswasserbildung.
- Vor Inbetriebnahme des Kochers sollte man sich mit der Bedienung vertraut machen und die Technik (Dichtigkeit!) überprüfen.
- Sicherer und feuerfester Stand für den Kocher inklusiv Topf ist wichtig!
- Kocher mit flüssigen Brennstoffen und Fettbrände nicht mit Wasser löschen…
Einige der führenden Outdoor-Kocher Hersteller:
- MSR: http://cascadedesigns.com/MSR
- Optimus: http://www.optimusstoves.com
- Primus: http://www.primus.se
- Trangia: http://www.trangia.se
Text: fairoutoor [Martin Böhm]


















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